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facts - Interview: Subway

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Er besuchte ein Jesuiten-Internat, studierte Jura, machte eine Metzgerlehre und produzierte Werbejingles für Fruchtsäfte: Stefan Raab.

Die Vita des 33jährigen Allroundtalents liest sich wie eine bunte Tüte, die man früher am Kiosk gekauft hat. Alles durcheinander, von vielem etwas. Daß das Ganze trotzdem nicht auf den Magen schlug, sich aus der Vielfältigkeit eine kreative Konstanz bildete, weiß heute jeder, der Raabs Werdegang über die Jahre verfolgt hat. Bereits zum Start des Kölner Clipkanals „Viva“ im Jahre 1993 schuf er sich mit „Vivasion“ seine ganz eigene TV-Nische, in der er Promis nach allen Regeln der Talk-Kunst durch den Kakao zog. Raab war sein eigenes Format, eine Persönlichkeit unter den zahlreichen zappelnden Moderatorinetten. 1995 verhalf er der wandelnden Schlager-Sonnenbank Jürgen Drews mit der Coverversion von „Ein Bett im Kornfeld“ zu einem unverhofften Comeback. Zum 25. Jubiläum der „Sendung mit der Maus“ widmete Raab dem orangen Fernseh-Nager ein Geburtstagslied und stieg prompt bis auf Platz 2 der Media-Control-Charts. In seiner Radio-Show „WDR Eins Live Raabio“ verschaukelte er als „Professor Hase“ ahnungslose Menschen am Telefon, als Produzent verhalf er dem Zonen-Rapper Bürger Lars Dietrich mit „Sexy Eis“ 1997 zum Sommerhit. Einen seiner größten Coups landete Raab jedoch im letzten Jahr. Unter dem Pseudonym „Alf Igel“ komponierte er für Schwabbel-Schlager-Star Guildo Horn den Super-Duper-Smasher „Piep, piep, piep, Guildo hat Euch lieb“ und verhalf dem angestaubten, längst totgeglaubten „Grand Prix d´Eurovision“ zu einer überraschenden Wiedergeburt. Ab dem 8. März 1999 moderiert Stefan Raab, der nebenbei für die LTU-Urlaubsmarke „smile & fly“ und „Katjes Lakritz“ wirbt, nun (jeden Montag um 22.15 Uhr) die neue Comedy-Entertainment-Show „TV total“ auf ProSieben. Mit dem Multitalent unterhielt sich SUBWAY.

SUBWAY: Wie beurteilst Du rückblickend das Jahr ’98 für Dich und Deine Karriere?
„Es war nicht unbedingt wichtiger als die davorgehenden. Irgendwie habe ich, seit ich durch „Viva“ an die Öffentlichkeit geraten bin, in jedem Jahr sowohl Erfolge wie auch Mißerfolge vermelden können. Das hat sich immer schön die Waage gehalten.“

Dennoch bist Du Schuld, daß der spießige „Grand Prix d’Eurovision“ plötzlich bei vielen wieder unerträglich „kultig“ geworden ist.
„Da freue ich mich auch darüber. Damals haben viele gesagt: wir hätten dem „Grand Prix“ den Todesstoß versetzt. Dieses Jahr macht z.B. Patrick Lindner mit, da fühle ich mich gerne mitschuldig (lacht). Die Sache war für mich jedoch so einmalig, wie die Erfüllung eines kleinen Traums. Aber ich möchte nicht enden wie Kollege Ralph Siegel, der immer wieder das gleiche macht und sich wiederholt. Nach der erfolgreichen Sache mit „Der Maus“ habe ich zum Beispiel versucht, das auf einen „Dschungelbuch“-Song zu übertragen, was jedoch nicht funktioniert hat. Man kann einige Dinge eben nicht eins zu eins kopieren.“

Gemeinsam mit Wolfgang Niedecken von BAP hast Du neulich „Jeff Jass“, die Anfeuerungs-Single zum 1. FC Köln verbrochen...
„Die ist für einen 1. FC-Fan ein Muß. Ich bin z.B. auch Ehrenmitglied. Aber diese Aktion war schon eine lustige Sache, da ich Wolfgang Niedecken nie zuvor kennengelernt hatte. Er hat darüber erst mit Guildo Horn gesprochen, ob ich o.k. bin, hatte da anscheinend schon irgendwelche Pseudo-Berührungsängste. Als wir uns dann kennengelernt haben, fanden wir uns viel besser, als wir es voneinander gedacht hätten. Ich habe früher im Keller zu BAP-Platten Schlagzeug gespielt, deshalb war das ganze schon eine große Ehre für mich.“

Du würdest wahrscheinlich auch mit Wolle Petry einen Song aufnehmen?
„Warum nicht? (lacht). Das ist zwar nicht meine Musik, aber ich finde es schon beeindruckend, wie bei seinen Konzerten 20000 Leute stehen und drei Stunden lang von vorne bis hinten mitsingen. Das sind zwar nicht Leute, die ich in meinem sozialen Umfeld und Freundeskreis habe, aber das ist schon beachtenswert.“

Ist das eine Deiner Stärken, sich gut in andere hineinversetzen zu können?
„Ich versuche das zumindest. Was ich oft feststelle, ist, das viele Leute, die mich vorher für ein Arschloch hielten, nach einem persönlichen Gespräch dann meist anderer Meinung sind. Natürlich ist das, was ich im Fernsehen und in der Öffentlichkeit mache, wie z.B. hin und wieder den ein oder anderen in die Pfanne hauen, nicht unbedingt immer persönlich gemeint ist. Das ist eben durch das Geschäft bedingt, und das muß man eben über sich ergehen lassen.“

In „TV total“ müssen viele Leute ja auch einiges über sich ergehen lassen...
„Ja, bei uns wird schon der ein oder andere seine Abreibung bekommen – jedoch nicht im bösen Sinne. Das, was wir zeigen, sind oftmals Sachen, die auf den ersten Blick gar nicht witzig erscheinen, sondern erst mit der Geschichte darum und durch die Kommentierung lustig werden. In irgendeiner Sendung haben wir z.B. Andreas Türck entdeckt. Das ist per se nicht besonders unterhaltsam. Wenn ich das jedoch genauer analysiere, bekommt das eine ganz andere Qualität. Denn wenn sich nämlich unter Türcks rechten Arm, den er gerade locker um eine junge Dame gelegt hat, ein Mega-Schweißfleck befindet, ist das für uns ein Thema. Dann haben wir weiter geguckt und in sechs anderen Sendungen dieses „Sweatting“-Phänomen entdeckt. Das verkaufen wir aber jetzt nicht als ekligen Andreas Türck, sondern als Trend, den dieser Typ für uns entdeckt hat. Das ist so wichtig, daß wir sogar Türck-Merchandising wie Hampelmänner mit nässenden Achseln oder einen Super-„Sweatter“ dazu entwickelt haben.“

Du verleihst ja auch den „Raab der Woche“ in Deiner Show. Wer bekommt diesen Preis?
„Das kann jeder sein, der uns in irgendeinem Beitrag amüsiert hat. Das kann z.B. ein 85jähriger Tanzlehrer sein, der im „Offenen Kanal Berlin“ eine dreistündige Seniorentanzsendung moderiert. Das kann aber auch ein Promi wie Helmut Berger sein, der völlig zugekokst in der „Harald Schmidt Show“ gesessen hat. So etwas wird einfach viel zu wenig begutachtet und belohnt.“

Interview: Christian Göttner

Quelle: Subway kurz vor TV total-Start

 

 


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